©fae 2024, künstlerische Intervention «Werden»
Ich bin 1964 geboren und in einem lebhaften und multikulturellen Industriequartier in der Agglomeration aufgewachsen. Dort hatte ich das Privileg, Menschen aus allen Kontinenten, sozialen Schichten und politisch unterschiedlich geprägt, zu begegnen und Freundschaften zu pflegen. Seitdem prägen und begleiten mich humanistische Themen sowie interkulturelles und kreatives Wirken. Ob als Kulturvermittlerin, Leiterin soziokultureller Projekte oder als Filmschaffende – und nun als Kunsttherapeutin: Die Arbeit mit Menschen in besonderen Lebenssituationen, mit speziellen Herausforderungen oder in Aufbruchsstimmung fasziniert mich.
Nach handwerklichen und sozialen Grundausbildungen habe ich einen Diplomstudiengang für Ganzheitliches Management abgeschlossen und mich anschliessend in Audiovisueller Gestaltung und Filmproduktion weitergebildet. Meinen beruflichen Werdegang startete ich zunächst als Gärtnerin und Gestalterin von Naturgärten, bevor ich als Kulturvermittlerin, als Werkerin mit Töpfen und Gewürzen oder Leitende in unterschiedlichen Positionen in allerlei soziokulturellen Institutionen tätig war. Immer wieder zog es mich zum Film, wo ich als Produktionsleiterin und Editorin sowohl den psychologischen, philosophischen wie auch audiovisuellen, dramaturgischen und ästhetischen Fragen nachgehen konnte. Das Verbindende in meinen Tätigkeiten ist der Leitgedanke des humanistischen Menschenbildes und die Neugier am Vernetzen der Sinne mit gestaltenden Medien. Die Quergänge des Lebens führten mich zur intermedialen Kunsttherapie.
Quergänge erinnern mich übrigens an ans Traversieren warmer Felsen und den Duft von Heublumen. An Momente der Balance von Körper und Seele und der Freude am Sein im Hier und Jetzt.
©fae 2023
In Quergänge möchte ich eine unterstützende Atmosphäre schaffen, die Offenheit fördert und dich zum Experimentieren einlädt . Vorbild ist das humanistische Menschenbild, das durch Selbstreflexion, Empathie, wertschätzende Neugier und Echtheit und insbesondere dem Respekt vor der Selbstbestimmung meines Gegenübers geprägt ist. Als Wegbegleiterin begegne ich dir auf Augenhöhe. Die therapeutische Beziehung erweitert sich mit dem künstlerischen Werk zu einer Triade, die Überraschendes aufkommen lässt und Anstoss zu Veränderung gibt.
Quergänge ermöglicht es Werke und ihre transformative Kraft als Kompass zu nutzen.
Quergänge steht metaphorisch für eine unkonventionelle Denkweise und kreative Ansätze. Im übertragenen Sinne kann das «sich bewegen auf Quergängen» als das Wählen von alternativen Wegen gedeutet werden.
In intermedialen Quergängen wird die Ausgangslage intermodal erforscht und erweitert. Mit dem Wechsel von NeuenMedien, Schreiben, Filmen, Tanzen, bildnerischem und szenischem Gestalten wird die sinnliche und körperliche Wahrnehmung angeregt und in gestalterischen Prozessen Ausdruck verliehen, was Bewegung und Inspiration in Gang setzt.
Die entstandenen Werke ermöglichen es, das eigene Erleben poetisch auszudrücken und so ein besseres Verständnis für sich selbst zu erlangen. Dieser Prozess der Selbstwirksamkeit stärkt die persönliche Souveränität und wirkt dem Gefühl der Entfremdung entgegen.
In Quergängen wirkt der Prozess des Dezentrierens – weg von alltagssprachlich geprägten Problemen – hin zu einem freien Raum, in dem die innere Vorstellungskraft zur Lösungsfindung genutzt wird. Die Transformation von inneren Bildern erlaubt dir einen Perspektivenwechsel.
Die Transformation kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden:
Emotionale Transformation: Durch den kreativen Ausdruck von Gefühlen können Menschen emotionale Belastungen verarbeiten und neue Wege finden, mit ihren Emotionen umzugehen.
Kognitive Transformation: Künstlerische Aktivitäten können dabei helfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Denkmuster zu verändern
Soziale Transformation: In der intermedialen Kunsttherapie können auch soziale Interaktionen eine Rolle spielen, sei es in Gruppen- oder Partnerarbeit. Durch gemeinsame kreative Aktivitäten können Beziehungen gestärkt, Kommunikationsfähigkeiten verbessert und neue Formen des Austauschs entdeckt werden.
Spirituelle Transformation: Die Verbindung mit dem künstlerischen Prozess kann zu einem Gefühl der Verbundenheit mit etwas Größerem führen und spirituelle Wachstumsprozesse unterstützen.
Insgesamt bietet die intermediale Kunsttherapie einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung von Transformation, der körperliche, emotionale, kognitive und spirituelle Dimensionen des Menschseins berücksichtigt.
Quergänge sind Wege des spielerischen Explorierens, Forschen und Findens. Dabei nutzen wir auch die Kraft der Disharmonie, um mit spielerischen und gestaltenden Mitteln den Umgang mit unserer eigenen zerstörerischen Kraft zu kontrollieren und zu transformieren.
«Quergänge» in der Praxis der intermedialen Kunsttherapie steht für eine vielschichtige Herangehensweise, die verschiedene künstlerische Ausdrucksformen und Medien miteinander verbindet, um therapeutische Prozesse zu unterstützen. Diese Praxis betont die kreative Exploration und Integration von verschiedenen Kunstformen wie Neue Medien, Malerei, Skulptur, Musik, Theater und Bewegung, um individuelle Ausdrucksmöglichkeiten zu fördern und die psychische Gesundheit zu stärken. Durch die Verknüpfung unterschiedlicher Medien können sich neue Wege der Selbstreflexion, Kommunikation und Verarbeitung von Emotionen erschliessen, was zu einem ganzheitlichen und tiefgreifenden therapeutischen Erlebnis führen kann.
Alle gezeigten Werke (bewegte Bilder, Fotos, Illus etc.) sind urheberrechtlich geschützt.
Sie sind im Rahmen verschiedener künstlerischer Interventionen entstanden. ©fae